Im Hier und Jetzt sein

Im Hier und Jetzt sein

Heute erzähle ich Euch von einem sehr spannenden Thema, was mich derzeit sehr beschäftigt.

Die Vergangenheit.

Die Vergangenheit ist das, was hinter uns liegt. Sie ist messbar. Es ist vorbei. Alles was vor einer Sekunde bzw. davor war, gehört zu dem, was bereits geschehen ist. Daraus ziehen wir für das Jetzt und die Zukunft Erfahrungswerte und Vergleiche. Wir können sehen, was wir bereits kennen und was neu ist. Durch hinterlegte Informationen können wir auf die gesamte Vergangenheit der Geschichte zurückblicken. Unsere eigene Vergangenheit fängt mit unserer Geburt an und dann kann man beim Zurückblicken sagen: Damals oder vor 10 Jahren war das so. Dieses Gefühl von gestern möchte ich nicht wiederhaben. Das habe ich damals gelernt. Zum Zeitpunkt x war das so und so. In die Reflexion der Vergangenheit fließt sehr viel innere und äußere Bewertung ein. Daraus ergeben sich auch Gefühlszustände, die wir heute noch mit uns herumschleppen und die uns durchaus im Alltag und Handeln sehr beeinflussen.

Oft hört man dann, lass doch die Vergangenheit hinter dir. Wenn es denn so einfach wäre und uns nicht so geprägt hätte. Fakt ist, die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern. Es ist passiert, geschehen, hat einen Eindruck hinterlassen und formt das, was wir heute denken. Hierzu zählen auch die Wunden, die uns zugefügt wurden. Verletzungen, die wir erfahren haben. Schöne Momente, die wir erlebt haben.

Die Zukunft.

Zu dem was kommt, gehört alles, was nicht jetzt oder früher war. Das heißt, bereits alles was in der nächsten Sekunde, Minute, Stunde passieren wird, nennen wir bereits Zukunft. Auch diese ist messbar. Wie wir alle wissen, liegen Termine, die wir uns selber setzen oder mit anderen vereinbaren in der Zukunft. Wir bestätigen teilweise schriftlich oder in mündlicher Absprache unsere Verpflichtung, zu dem besagten Termin da zu sein. Hier ist alles eingeschlossen, was demnächst stattfindet. Es sind Fixpunkte, die uns in das Gefüge der zu erledigen Dinge einordnen. So wissen wir dann, was wann ansteht und welche Schritte als nächstes zu tun sind.

Der Elternabend am Dienstag, die Feier am Wochenende, die Termine während der Arbeitszeit geben uns ein Konstrukt von zu erledigenden Aufgaben. Dieses Konstrukt gibt uns Struktur und wurde uns bereits in der Vergangenheit durch Erziehung und Formung durch das Umfeld vermittelt. Wir sind damit aufgewachsen und machen uns quasi von der Geschäftigkeit durchaus abhängig, weil es unser Bedürfnis nach Sicherheit bedient. Allerdings kann das auch Stress oder Druck in uns auslösen, wenn wir die Aufgaben zu eng legen und dann im Vorfeld schon gar nicht wissen, wie wir die Termindichte erfüllen sollen. Das hat dann die Konsequenz, dass wir uns meist schon vorab überfordert fühlen. Dies mindert dann unser Gefühl, alles im Griff zu haben und kann gegebenenfalls schon vorher das Scheitern als Gedanken verankern. Dies wiederum hat Auswirkungen auf unsere Motivation und unser Selbstvertrauen, dass wir das alles hinbekommen.

Hier und Jetzt

„Ich brauch jetzt eine Pause.“ „Ich muss mich jetzt erstmal sortieren.“ „Ich atme jetzt einfach drei Mal tief ein und aus.“ „Ich fühle mich jetzt in diesem Moment müde.“ „Gerade ärgert mich das Verhalten einer Person.“ „Im Moment will ich einfach nur Ruhe haben.“ „Jetzt reicht es aber!“  „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht möglich.“

Das sind nur einige wenige Aussagen, die für eine Wahrnehmung im Hier und Jetzt gehören. Im Gegensatz zur Gegenwart und Vergangenheit ist das JETZT nicht messbar. Es ist genau in diesem Moment und gleich schon wieder vorbei. Die Gegenwart wird auch Präsenz in der Grammatik benannt. Daraus erschließt sich das man in der Gegenwart präsent ist. Andere Worte für präsent sein sind zum Beispiel: anwesend sein, da sein. Was bedeutet diese Aussage nun eigentlich konkret? Für mich mittlerweile, dass es ein Kunststück ist, wirklich im Hier und Jetzt zu sein. Denn dieser minimale kleine Zeitraum, diesen zu Erwischen ohne Gedanken an Vergangenheit oder Zukunft ist für mich ein wahres Meisterwerk. Bei den ersten Erkenntnissen darüber, dachte ich mir, dann ist es also gut wie gar nicht möglich in der Gegenwart zu sein? Nun, es ist die Herausforderung nicht an das was war zu denken und auch nicht Gedanken über die Zukunft zu haben.

Ich atme tief durch. Krasse Einsicht. Und warum wird soviel auch in psychologischen Maßnahmen davon gesprochen, sei möglichst viel im Hier und Jetzt? Mache dir keine Gedanken über die Zukunft und lasse die Vergangenheit hinter dir. Leicht gesagt, doch wie kann ich so einen Zustand wirklich erreichen? Diesbezüglich habe ich mich auf die Suche gemacht.

Ich habe eine Übung gefunden um mein Schreiben zu verbessern. Das ist quasi eine Einstiegsübung und dabei geht es darum sich auf das was gerade ist zu konzentrieren. Was benötigt man für diese Übung?

  • Einen Stift
  • Einen Block oder Zettel
  • Eine Stoppuhr
  • Je nach Situation und Wunsch, entweder eine ruhige Umgebung oder auch einen Platz, an dem sehr viel Geschäftigkeit ist.
  • Innere Bereitschaft sich für diese 15 Minuten nicht ablenken zu lassen durch äußere Ansprache
  • Fange deine Sätze mit im Moment, jetzt, gerade an und schreibe einfach.

Ok, dann stell mal den Wecker, die Eieruhr oder das Handy auf ein Klingeln in der Zukunft – in 15 Minuten ein.

Die Zeit ist um. Und wie war das für dich, diese Übung zu machen? Gerne freue ich mich über deine Rückmeldung, sofern du es möchtest in den Kommentaren.

Mein Feedback zu dieser Übung

Ich fing mit dieser Übung an und stellte nach einigen Durchläufen folgendes fest: Im Hier und Jetzt bin ich allein in der Lage wahrzunehmen. Ich kann hören, sehen, fühlen, anfassen, etwas tun. Spannender Weise sind meine Gedanken immer wieder dazu gekommen und haben mich entweder in den Vergleich mit der Vergangenheit gebracht oder aber in die „was noch zu tun ist“ Gedanken der Zukunft. Irgendwie ist dieses Abdriften immer wieder ein sehr großer Störenfried im eigenen Kopf. Immer wieder holte ich mich selbst in den Augenblick zurück. Am Ende der 15 Minuten habe ich folgendes für mich erkannt. Sobald ich anfange zu denken, bin ich definitiv nicht mehr im Hier und Jetzt. Dann lenke ich mich selber wieder ab. Somit ist für mich die Möglichkeit im Hier und Jetzt zu sein allein die Wahrnehmung. Nur wenn ich wahrnehme, beobachte, zuhöre, sehe, fühle, atme oder etwas tue, dann bin ich im Hier und Jetzt. Dann bin ich mir der Situation und meiner Selbst bewusst.

Es bedeutet allerdings auch folgendes. Da sein, anwesend sein hat eine doppelte Bedeutung. Natürlich kann man körperlich anwesend sein, wenn man Termine, Gespräche oder ähnliches hat. Wenn man in einer Unterhaltung ist, dann kann es allerdings sein, dass man gedanklich abdriftet, entweder weil man schon überlegt, was als nächstes kommt oder was noch zu tun ist oder aber man sich bereits die Reaktion auf eine Frage oder eine geäußerte Information des Gegenübers überlegt. Dann ist man nicht komplett da.

Mein Fazit:

  • Sobald du denkst, bist du nicht gegenwärtig.
  • Im Hier und Jetzt zu sein, bedeutet aktiv wahrzunehmen oder eine bestimmte Handlung fokussiert auszuführen.
  • Bewertungen, Vergleiche haben in diesem Moment keinen Platz.

Es ist wirklich schön, wenn man einen Moment komplett auskosten kann. Ich finde in der Fotografie oder im Schreiben kann man diese Momente sehr gut festhalten, was sonst wie ein flüchtiger Lufthauch oder ein ICE an einem vorbei rattert. Wenn ich später meinen Artikel lese, kann ich sagen, dieser Moment ist schon wieder vorbei, als du das geschrieben hast. Doch kann ich sagen, hier habe ich einen Moment, in dem ich voll und ganz da war eingefangen und festgehalten und kann mich dran erinnern und es wieder tun, im Hier und Jetzt zu sein.

Herzliche Grüße

Monika

PS:

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